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Eidgenössische Jugendbefragung ch-x-v:
Werthaltungen und der Beitrag von Schule
Die Eidgenössischen Jugendbefragungen ch-x haben ihren Ursprung in den pädagogischen Rekrutenprüfungen. Gestützt auf Art. 27.2 der alten Bundesverfassung überprüften sie die Grundschulkompetenzen von wehrpflichtigen jungen Erwachsenen. Seit 1965 haben sie ihren Prüfungscharakter verloren. Sie befragen neben jungen Männern anlässlich der Aushebung (Erfassung ca. 97% der männlichen Schweizer Jugendlichen im Alter um die 19 Jahre) seit 2000 jährlich auch junge weibliche Erwachsene und Jugendliche anderer Nationalitäten. Der Zweckartikel der ch-x lautet: „1. Die Schweizerischen Jugendbefragungen ch-x tragen dazu bei, Aufschluss zu geben über die Lage der jungen Erwachsenen in der Schweiz hinsichtlich: Bildungsund Ausbildungsstand; Wertvorstellungen, Einstellungen und politische Kompetenzen, insbesondere im staatsbürgerlichen Bereich; Gesundheits- und Sportverhalten. 2. Sie dienen der Bereitstellung von wissenschaftlichen Grundlagen für die Bildungs-, Gesundheits- und Jugendpolitik.“ (Roos und Büeler 2005: 59)
Die Frage nach der Wertekonstitution bei jungen Erwachsenen ist aktuell und von hoher Praxisrelevanz, da angesichts von Säkularisierungstendenzen, des Traditionszerfalls, der beobachteten Individualisierung und der daraus folgenden Korrosion bestehender Solidargemeinschaften (Merkmale der Moderne) psychische und soziale Folgen einer Werteerosion angenommen werden dürfen (Edelstein, Oser und Schuster 2001: 7), was insbesondere auch Forderungen nach einer Werteerziehung in der Schule zur Folge hat.
Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen und praktischen Relevanz dieses Forschungsbereichs entstand eine Kooperation zwischen der Direktion ch-x und dem Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie IBB mit dem Ziel, eine Studie zur Wertekonstitution von jungen Erwachsenen und dem Beitrag von Schulen zu erarbeiten. Der Praxispartner unterstützt diese Studie u.a. mit einer erheblichen Eigenleistung im Rahmen seiner Erhebungsinfrastruktur. Die geplante Studie verfolgt folgende Zielsetzungen:
1) die Identifikation von Wertetypen der jungen Erwachsenen in der Schweiz,
2) die Analyse von Unterschieden innerhalb dieser Wertetypen auf der Basis von sozialen Merkmalen
(soziale Schicht, Geschlecht, regionale Herkunft etc.) und
3) die Identifikation der Rolle der Schulen bei der individuellen Entwicklung von Werthaltungen.
Zur Klärung der Fragestellungen stützt sich das Vorgehen der Studie auf eine methodische Triangulation. Sie verbindet das quantitativ-empirische mit dem qualitativ-empirischen Forschungsparadigma im Sinne eines sequenziellen Einsatzes (Krüger und Pfaffe 2004).
In einem ersten Schritt wird eine quantitativ-empirische Ermittlung der Werthaltungen junger Erwachsener mit Hilfe einer Fragebogenstudie durchgeführt (n=1000). Die Analyse der Antworten zu einer Werteskala soll es ermöglichen, jugendliche Wertetypen zu ermitteln.
Im zweiten Schritt sollen Einflüsse von sozialen Merkmalen wie soziale Schicht, Geschlecht, regionale Herkunft etc. identifiziert werden.
Da auch der Prozess der Entwicklung von Werthaltungen bei Jugendlichen interessiert, wird in einem dritten Schritt mit der Verwendung von qualitativen Methoden die Prozessperspektive im Lebenslauf einbezogen. Um die Heterogenität der Wertetypen im qualitativen Sample abzubilden, wird aufgrund der Ergebnisse im quantitativen Teil ein qualitativer Stichprobenplan (Kelle und Kluge 1999) erstellt. Mit den ausgewählten Probanden (n=20) werden biographisch-narrative Interviews geführt. Diese sollen Aufschluss über ihre Sozialisation und die Rolle verschiedener Akteure und Institutionen – insbesondere der Bildungseinrichtungen – bei der individuellen Werteentwicklung
geben.
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